Shades of Grey – billiger Hausfrauenporno oder Literatur?

Shades of Grey ist der erste Band einer Trilogie mit erotischem Inhalt, der weltweit sensationelle Erfolge feiert und zumindest in Amerika sogar die Verkaufszahlen der Bücher so namhafter Autoren wie Stieg Larsson oder J. K. Rowling deutlich überflügeln könnte. Dies ist durchaus faszinierend, da den USA in Hinsicht auf Sexualität im Allgemeinen und Sex Toys oder SM im Besonderen gerne eine Prüderie nachgesagt wird, die noch aus vergangenen Jahrhunderten stammen könnte. Jedenfalls sollen bis dato bereits über 30 Millionen Exemplare Ihre Leser und vor allem Leserinnen auf der ganzen Welt gefunden haben, was geradezu phänomenal ist. Allerdings sind diese beeindruckenden Verkaufszahlen nicht das einzig Phänomenale an der besagten Trilogie, zumal man sie selbst als Phänomen bezeichnen darf. Eine Verfilmung darf da auch nicht fehlen.

Das Phänomen Shades of Grey

Die herausragendste Besonderheit von Shades of Grey ist, dass wohl kein anderes Buch der letzten Jahre die Leserschaft so stark polarisierte, wie es diese Trilogie zweifelsohne tut. Für die einen Leser ist Shades of Grey ein bahnbrechender Meilenstein der erotischen Literatur, der das emanzipierte Selbstverständnis der modernen Frau von heute auf eine unnachahmliche Weise glorifiziert. Andere Leser tun Shades of Grey hingegen als billigen Hausfrauenporno ab, der die emanzipatorischen Erfolge der letzten Jahrzehnte gänzlich zunichtemachen droht. Die Bezeichnung Hausfrauenporno mag jedoch aus gleich mehreren Gründen zumindest überspitzt zu sein, wenngleich die Autorin Erika Leonard, die Shades of Grey unter dem Pseudonym E. L. veröffendlichte, die sprachliche Raffinesse wahrer Größen der Literatur offenkundig vermissen lässt. Ein Lobgesang auf die emanzipierte Frau scheint Shades of Grey auf den ersten Blick aber ebenso wenig zu sein. Dies sehen erstaunlicherweise vor allem die männlichen Kritiker so, was wiederum verdeutlicht, dass ein Großteil der Männerwelt noch immer ein eigenwilliges Bild von der tatsächlichen Emanzipation hat. Genau diese Vorstellungen machen Shades of Grey jedoch tatsächlich zu einem Hausfrauenporno, da sie ihm ein klischeehaftes Frauenbild fernab der gesellschaftlichen Realität unterstellt. Viele Frauen hingegen verstehen Shades of Grey sogar als eine Art Emanzipation von der Emanzipation, durch die sie ihrer eigenen Individualität nähergebracht werden.

Machen Sie sich ein eigenes Bild

Shades of Grey erlaubt sehr kontroverse Blickwinkel, weshalb Sie selbst entscheiden müssen, ob der Roman nun stumpfer Voyeurismus ist, ein literarisches Werk – oder was auch immer. Das Lesen des Buchs lohnt sich jedoch auf jeden Fall, da es momentan Thema Nr.1 ist und zudem Anlass für hitzige Diskussionen bietet. Übrigens – wer gleich bei einschlägigen Adressen wie verwoehndich.de bestellt, kann sich einen Dildo oder Vibrator für die “Stunden” nach dem Lesen gleich mit bestellen!

Weitere interessante Links zum Thema

Bericht im Feuilleton der FAZ
Bericht im Spiegel

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