Erotik im Film – Immer wieder ein heißes Thema

Erotik im Film ist immer wieder ein heißes Eisen, das von Zeit zu Zeit aufflammt, wenn wieder ein erotischer Streifen im Kino anläuft oder bereits erste Meinungen noch vor dem deutschen Filmstart aus den USA herüber geschwappt sind. Die Erotik ist dann immer ein Thema, um die Gemüter zu erhitzen oder um zum Schmunzeln zu verleiten.

Oft ist die Erotik erst der Grund, weshalb ein Film mehr Aufmerksamkeit erhält als unter normalen Umständen. Der Film an sich tritt dann oft in den Hintergrund und dass hinter vielen erotischen Filmen brillante Drehbücher stecken, merkt wohl kaum noch jemand. Man kann also durchaus davon sprechen, dass die eine oder andere pikante Erotik-Szene als Garant dafür genutzt wird, viele Besucher ins Kino zu locken. Aber natürlich gibt es auch ausgesprochene Erotikfilme, die ganz zielstrebig die erotischen Sinne ansprechen sollen.

9 1/2 Wochen – Erotik pur

Mit Abstand der wohl bekannteste Erotikfilm ist 9 1/2 Wochen mit Kim Basinger und Mickey Rourke von 1986. Selbst der Soundtrack mit Stücken von Annie Lennox und Joe Cocker gelang so zu noch größerer Popularität. Zu der Zeit, als dieser Film gerade lief bzw. auf Video erhältlich wurde, hörte man dann auch immer wieder Geschichten von Pärchen, die sich nach Hause zurückzogen, um 9 1/2 Wochen gemeinsam anzusehen. Was das zu bedeuten hatte, war dabei natürlich absolut eindeutig.

Interessant ist rückblickend an diesem Streifen, dass er Mickey Rourkes Karriere derart nach vorne katapultierte, dass dieser erst mal gar nicht mehr mit dem Erfolg umgehen konnte und mit diversen Exzessen von sich Reden machte. Kim Basinger hingegen tat sich jahrelang äußerst schwer, das Erdbeeren-und-Schlagsahne-auf-Haut-Klischee wieder loszuwerden und wurde lange Zeit ausschließlich mit Erotik assoziiert. Spätestens aber seit ihrem Oscargewinn im Jahr 1998 wird sie in Hollywood als ernsthafte Schauspielerin gehandelt.

Basic Instinct – Der mit Erotik gewürzte Thriller

Wenn man über Erotik im Film spricht, darf natürlich ein Film auf keinen Fall vergessen werden: Basic Instinct (1992). Und das, obwohl es sich dabei nicht mal explizit um einen reinen Erotikstreifen handelt. Der Film enthält lediglich einige für damalige Verhältnisse recht heftige Erotikszenen.

Wirklich berühmt wurde dabei besonders die Szene, als Sharon Stone während eines Verhörs die Beine langsam übereinanderschlägt und dabei sichtbar wird, dass sie kein Höschen darunter trägt. Die Szene erschien für die recht prüden USA so heftig, dass sie kurzerhand aus der US-Kinoversion herausgeschnitten wurde. Dennoch spielte der Film mit über 100 Millionen Dollar für damals eine Rekordsumme ein. In der Video-Variante für die USA war die pikante Szene übrigens enthalten, während sie in Deutschland auch im Kino gezeigt wurde. Doch selbst hier sorgte diese eine Szene für Diskussionen wie kaum eine andere Erotikszene zuvor.

Erotische Szenen – Gut fürs Geschäft, aber oftmals ein Nachteil für die Schauspielerinnen

Nachträglich eine interessante Anekdote des Filmhits Basic Instinct ist, dass Regisseur Verhoeven erzählte, die Szene mit Sharon Stone sei vor dem Dreh abgesprochen gewesen, während die Schauspielerin immer noch darauf besteht, dass sie mit der Veröffentlichung dieser Szene übergangen wurde. Wie auch immer – Sharon Stone wurde nach den weltweiten Premieren von Basic Instinct über Nacht zum Weltstar. Allerdings konnte sie das Image, das sie dank dieser Szene begleitet, nie mehr wirklich ablegen. So ist Erotik im Film für die Produzenten oft ein Segen und für die Schauspieler in gewisser Weise ein Fluch während es für den Kinobesucher die eine oder andere Anregung ergibt.

Bemerkenswert ist aber, dass das Thema Erotik fast ausschließlich die Darstellerin ein Leben lang verfolgt. Sharon Stone hatte, ebenso wie Kim Basinger, Probleme sich von ihrem Image zu lösen. Michael Douglas und Mickey Rourke hatten keinerlei Schwierigkeiten damit. Ebenso erging es Darstellerinnen, wie Gina Gershon, die durch den Film Showgirls berühmt wurde, oder Jane March, die gleich mit zwei Filmen für erotische Furore sorgte: Der Liebhaber und Color of Night. Dass in letzterem Bruce Willis sein „bestes Stück“ zur Schau stellte, sorgte zwar zum Erscheinungsdatum des Films für Aussehen, hatte aber keinerlei Auswirkungen auf die weitere Karriere des Actionhelden. Heute kennt kaum noch jemand die zu damaliger Zeit (1994) skandalösen Szenen.